Kolping Karnevals Gesellschaft Neuenkirchen - K.K.G.N.

Doktorrede 2019

Da steh ich nun hier auf der Bühne

und könnte mich nennen Hildegard, die Kühne.

 

Aber nein, so ist das nicht

etwas anderes hat heute Gewicht.

 

Der Doktor humoris causa wurde mir soeben verliehen

und dieser hohen Ehre wollte ich mich auf keinen Fall entziehen.

 

Nun bin ich Frau Doktor Doktor Hildegard

und zum ersten Doktor hat sich ein zweiter gepaart.

 

Der erste Doktor war beruflich nötig

und wurde durchs’ Medizinstudium möglich.

 

Doch Doktor des Humors zu sein

ist eine hohe Auszeichnung vom Karnevalsverein.

 

Ich weiß dies alles sehr wohl zu schätzen,

und werde diese Verantwortung gerne umsetzen.

 

Mit Eurer Hilfe wird das total easy

und ich, ich freu’ mich darauf einfach riesig!

 

Was möchte ich Euch jetzt von mir erzählen?

Da heißt es einmal gut auswählen.

 

Ich bin 63 Jahre jung

und eigentlich recht gut in Schwung.

 

Bin die Tochter von Humanns’ Hanna und Karl-Heinz

und die umgebaute Scheune am Nachtigallenweg ist meins.

 

Von Karl-Heinz, Papa, genannt

ich, wie er die Freude am Vereinsleben fand.

 

Man sagt, dass ich ihm gleiche,

doch kann ich ihm das Wasser reichen?

 

Brudermeister war er bei den Schützen,

sollte ich mich jetzt dort bewerben mit grüner Mütze?

 

Eine Frau als neue Brudermeisterin,

das wäre für Neuenkirchen sicherlich ein Gewinn!

 

Hanna hat mir das Dekorieren beigebracht

und das ist bei mir zu einem Dekofieber entfacht.

 

Zu jeder Jahreszeit werden sämtliche Bilder umgehängt,

von mir selbst gemalt und manchmal auch einfach verschenkt.

 

Ich  kaufe schrecklich gerne ein

und nenne tausend Dinge mein.

 

Kein Mann könnte das auf Dauer ertragen,

was ich alles pack in einen Einkaufswagen.

 

Auch ansonsten bin ich eine typische Frau.

Habe eine Schuhtick und im Kleiderschrank Stau.

 

Geschwister habe ich drei zur Seite,

eine Schwester suchte das Weite.

 

Stolz bin ich auf Jakob, mein Neffe mit Handykap, heut’ auch hier im Saal,

denn ich bin die Tante seiner Wahl.

 

Neuenkirchen habe ich während des Studiums auch mal verlassen,

war in Münster und Würzburg und -oh Wunder-  ganz gelassen.

 

Kam dann aber gerne hierher zurück

und fand eine Assistenzarztstelle in Wiedenbrück.

 

Seit 26 Jahren habe ich nun eine Landarztpraxis hier vor Ort

und hoffe, ich führe sie noch lange fort.

 

Denn auch mich hatte die Krankheit kurz im Griff

aber ich kann Euch sagen – ich bin wieder fit.

 

Es ist jedoch was zu beklagen,

warum liegt die Praxis in Rietberg, mich manche fragen.

 

Das habe ich auch lange abgewogen,

und bin deswegen kürzlich nochmals umgezogen.

 

Auf der Grenze zu Neuenkirchen bin ich nun zu Haus

und bin aus Rietberg – fast raus.

 

Mein Nachbar ist Rolf Kunter dort

und manchmal - trägt er was für mich fort.

 

Politisch bin ich zwar interessiert,

und weiß was passiert,

 

aber zu streiten über Bäume, die auf dem Friedhof stehn’,

das will als Politikum in meinen Kopf nicht gehen.

 

Ich liebe meine Arbeit sehr

und mein Leben hier ist gar nicht schwer.

 

In meiner Freizeit bin ich gerne im Garten

oder fahre Inliner in den Marken.

 

Wie Ihr wisst bin ich auf Dauer Single geblieben,

habe es mit den Männern aber nicht schlecht getrieben…

 

….nein, das mein ich nicht,

ich habe dazu eine andere Sicht.

 

Habe vier Könige und einen Thronherrn an meinen Seiten

ich finde - das will  etwas heißen.

 

Klaus, Walter und jetzt Klack beim SCS,

Bernd Kentrup und Schnett beim Hubertusschützenfest.

 

20 Jahre Throngesellschaft heute,

das sind einfach alles liebe Leute.

 

Ein Thronausflug mit Übernachtung sollte heute stattfinden,

aber es kam anders und wir nun den Karneval besingen.

 

Lebt das Leben, liebt die Menschen und das Hier und Jetzt

das gelingt mit Freunden besser, das steht fest.

 

So ist der SCS-Verein für mich sehr wichtig,

denn Freunde, wie diese sind einfach richtig.

 

Gerade in der heutigen Welt mit Terror, Flüchtlingen, Hass und Streit,

ist es schwer sich zu freuen und für den Humor fehlt oft die Zeit.

 

Ein Orden des Humors heute und jetzt,

ist deswegen für mich ein großes Fest.

 

Und wir dürfen aus unseren gewohnten Rollen schlüpfen

verkleidet und übermütig zur Musik rumhüpfen.

                                                                                                         

Das befreit und tut gut

und gibt uns neuen Lebensmut.

 

Also lasst’ uns jetzt sofort

anstoßen auf den Orden des Humors.

 

Und zum Schluss,

noch ein „ Bützchen“

von Frau Doktor mit dem „roten“ Mützchen.

 

Auf den Humor nun ein dreifach Neuenkirchen Helau

                                          

        

Eure Frau Doktor Doktor humoris causa Hildegard Humann