Kolping Karnevals Gesellschaft Neuenkirchen - K.K.G.N.

Doktorrede 2018

Doktorrede Buschi  (Alois Pauleikhoff)  20.1.2018

 

 Da stehen zwei an meiner Tür,

ich denke gleich, was wolln die hier?

Hab ich mal wieder was verpennt

als wirrer Kopf, wie man mich kennt?

Doch nichts von dem, wie ich gedacht,

mir wird was andres beigebracht.

Sie flöten mir die frohe Kunde

in dieser schicksalsschweren Stunde

ganz schelmisch und verschmitzt ins Ohr:

„Wir ham was Großes mit dir vor!“

 

Ich sei doch schon seit Ewigkeit

ein Volkstribun der Narrenzeit,

ein Kerl, der stimmlich laut vibriert,

das Volk im Saal gern animiert

zu frohem, jecken Stelldichein.

Zum Dank darf ich nun Doktor sein.          

 In meinem Hirn machts plopp und kling,

ich denk für mich: Das ist ein Ding,

ham die auch gründlich nachgedacht,

wenn man mich heut zum Doktor macht?

Doch wie mir scheint, ist es entschieden,

ich bin nun Akademiker hinieden,

verankert in der Chronik tief

in unsrem Kolping-Hausarchiv.

 

Empfinde ich nun diese Würde

als Lob oder als schwere Bürde?

Kann ich  bei all dem Narrentreiben

für mich und euch der Alte bleiben,

der nun ab heut für alle Jahr

als Teil einer Gelehrtenschar

zur rechten Zeit die Pauke haut,

dem Volk ganz frei aufs Maule schaut

und euphorisch unbedrängt

der Welt gesteht, was er so denkt?

 

Hier steh ich nun, ich armer Wicht,

gerückt ins jecke Rampenlicht,

beschenkt mit diesem Doktorhut,

der meiner Seele bestens tut.

Und nebenbei mich auch beglückt,

weil er mein Haupt so prächtig schmückt.

Darum gehört auf alle Fälle

mein tiefster Dank an dieser Stelle

all jenen, die sich sicher sind:

Ich sei ein rechtes Doktorkind!

Der Kolpingkarnevalsverein

soll immer ein Zuhause sein

mit Freunden, Tanz und auch beim Bier,

zu jeder Stunde mit Plaisir.

 

Am liebsten würd ich jetzt mal eben

mein erstes Glas zum Dank erheben

und rufen hier im Narrenbau:

Auf Euch ein dreifach donnerndes Neuenkirchen Helau!

 

In dieser amüsanten Stunde

schau ich mich um in eurer Runde,

lass meine Blicke allwärts schweifen

und kann mein Glück nicht recht begreifen,

dass ich nach alter Tradition und Sitte

von nun an hier in eurer Mitte,

in der man mich als Buschi kennt,

von jetzt an bin sehr prominent.

 

Wer bin ich heut, wo komm ich her?

Was macht mein Leben leicht statt schwer?

Gern will ich euch mein Ständchen bringen

und euch von meiner Freude singen,

die ich in vielen Lebensjahren

von lieben Menschen hab erfahren,

die mich, das will ich auch klar sagen,

gar oft mit Toleranz ertragen.

 

Familie ist das Lebensnest,

wo man verankert lebt und fest

vom Elternhaus stabil geprägt

Ideen in die Zukunft trägt,

dabei jedoch, weil´s wichtig ist,

das Altbewährte nicht vergisst.

Das macht für uns den Kosmos aus.

Man fühlt sich respektiert zuhaus,

kann Menschen Optimismus schenken,

kann seine Kraft zu ihnen lenken,

im Dorf hier, und auch im Verein.
Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.

 

Und lockt auch mal die weite Welt,

weil auch die Ferne sehr gefällt,

dann weiß man um sein großes Glück

und kommt doch gern nach Haus zurück.

Man weiß, wenn Ungemach mal droht,

hat man hier Freunde in der Not.

Mit Liebe und mit Urvertrauen

lässt sich ein Paradies hier bauen,

das jedem von uns täglich nützt

und vor Entwurzelung uns schützt.

Es leuchtet jedem von uns ein:

Das Dorf kann uns auch Heimat sein.

An diese Stelle passt genau

auf unser Dorf, ein dreifach donnerndes Neuenkirchen Helau!

 

Die Kirche und die Christenheit

gehörn dazu im Dorf, schon lange Zeit,

und  Christen haben als Kriterium

die Frohe Botschaft im Evangelium.

Und doch -  grenzte der Kirchenbesuch früher auch an Völlerei,  „???“

ist das jetzt wohl schon lang vorbei.

Groß sind die  Lücken in der Kirchenbank

und schütter klingt auch der Gesang.

Im Gottesdienst, da freut man sich ja  schon

nur auf den Friedensgruß - als einziges Zeichen menschlicher Nähe und Kommunikation.

Hier kann man mit Freude nach allen Seiten freundlich lachen

und damit wenigstens etwas von der Frohen Botschaft sichtbar machen.

 „Gaudete „  ruft Paulus, das heißt  „Freut Euch zu jeder Zeit „

und Franziskus empfindet als  „schönste Botschaft des Evangeliums die  Barmherzigkeit“.

Etwas mehr Freude statt bleierner Schwere

ein Gewinn für jede Andacht wäre.

Darum stimmte vor Jahren schon unser guter Pastor Reffelmann

in der Karnevalsmesse dieses Lied hier an:

 

Freu dich du Christenschar,

Karneval ist wunderbar,

dann singen wir zum Himmel, Halleluja  

 

Wenn wir diese Freude wieder mehr  ausstrahlen, das wär toll,

und vielleicht wär´n die Kirchenbänke dann bald wieder voll!!

Auf die Christenfreude ein 3- fach donnerndes Neuenkirchen Helau

 

Oh wie wär das schön ……………….

 

Zu einem Dorf, das muss so sein,

gehört seit alters der Verein,

wo man der Leidenschaft kann frönen

bei Spiel und Sport und all den schönen

Ideen,  die uns inspirieren

Talente mutig ausprobieren,

was du auch tust, du hast die Wahl,

Beim Kegeln, singen, Karneval.

Mit Leidenschaft, ich sag es ehrlich,

ist´s immer, herrlich gefährlich und wunderschön begehrlich

 

 Mein Herz, so steht es hier zu lesen,

schlägt für das Neuenkirchner Schützenwesen,

dabei sind´s nicht die Fahnen und die Mützen,

auch nicht die Rituale bei den Schützen,

was mir begeisternd keine Ruhe lässt,

erst recht nicht auf dem Schützenfest.

Nein, es ist die Vielfalt der dörflichen Charaktere,

ruhige, stürmische und auch hehre,

die eingebunden in ein Bataillon

der Dorfgemeinschaft etwas Gutes tun.

In brüderlichem Geist wollen wir ganz  ohne Allüren

vielfältige, menschliche Geister im Dorf zusammenführen.

Gemeinschaftlich nach Gutem streben

im Glaube-Sitte-Heimat-Leben.

Und so grüße ich alle karnevalistischen Schützen und alle schützigen Karnevalisten hier im Bau

mit einem dreifachdonnerndem „ Neuenkirchen HORRILAU“.

 

Dann gibt es noch die Hühnerwelt

dort auf dem  Westerwieher Feld,

wo man erlebt Gemeinschaftsglück -

mit Trommeln, Flöten, Blasmusik

und wo, ich sag es ungeniert,

man schnell statt Brech- den Blechreiz spürt.

Ich mag Musik von Hand gemacht,

mal leis, mal schräg, bis dass es kracht.

Und dass ihr da seid, hier und heute,

das ist für mich ne große Freude,

egal, wo ihr seid und spielet auf,

nimmt meine gute Laune-Kurve einen exzessiven Verlauf.

Auf Eurem Konzert -  wieder ein Klangkörper von begeisternder    Resonanz,

Musikkenner sprechen schon von einer „musikalischen Monstranz!“

Und wenn das volle Register eurer orchestralen Instrumentation erklingt,

meine Seele in den 7. Musikhimmel springt. 

Und die Krönung des Ganzen ist -  ich sag´s vehement -

dass man diese ausgewiesenen Blechkünstler auch noch persönlich kennt.

Einen Wunsch liebe Freunde und Schützen, den hätte ich schon,

und zwar wieder ein fulminantes Blechgebläse vorm Neuenkirchener Schützenthron –

Denn ein Höhepunkt des ganzjährigen majestätischen Seins, 

ist montags abends die handgeblasene Blechmusik des  Westerwieher Musikvereins.

Ihr seid für mich, ich sagte es schon, wahre Kulturträger hier aus der Region.

Genießt mit uns die Narrenschau:

Auf unsere Westerwieher  ein 3 fach donnerndes Neuenkirchen Helau

                                                                  

 Ein anderer Kulturträger, und das finden wir fein,

ist natürlich der Rietberger – und sein Karnevalsverein!

Da gäbe es vieles im Einzelnen zu benennen,

zu dem sich die Grafschaftler voll Stolz bekennen. 

Und alles immer opulent  und verbal auf höchstem Niveau  -

oder - etwas drunter -  oder so,

 

Und sieht die Welt beschissen aus

so werfen wir Konfetti drauf! „

 

ein Motto, das nicht wirklich Begeisterung bringt,

auch wenn es an den tollen Tagen laut in den Straßen erklingt.

Und - mal abgesehen von Reim und Wort -

ist Konfettiwerfen doch verboten am Ort.

Wir nehmen´s gnädig hin in der Narrenschau

ganz ohne Motto - und rufen euch zu: Tendondria Helau!

 

Und zum Schluss…

 

Willkommen auch in dieser Zeit,

geschuldet der Notwendigkeit,

sind all die Menschen, die den rohen

Heimatländern sind entflohen,

wo Krieg und Schrecken Alltag sind,

wo keiner mehr den Frieden find,

weil Macht besess´ne Diktatoren

den Blick aufs eigene Land verloren

und sich dem Größenwahn verschreiben,

und so das eigne Volk vertreiben.

Kein Mensch verlässt sein Heimatland,

wo viel vertraut ist und bekannt,

freiwillig und auch ohne Ziel

als Opfer in dem Mächtespiel,

in dem all das, was ihm gehört,

der Krieg hat radikal zerstört.

Wohin soll gehen diese Flucht,

in der ein jeder Hoffnung sucht,

die nicht sogleich brutal versandet,

wenn er in einer Welt gelandet,

in der die Angst die Schritte hemmt,

weil man verspürt: Hier bin ich fremd.

 Es ist an uns, ich sag es klar,

weil es einCredo immer war:
Ein hohes Menschlichkeitsgebot

verlangt die Hilfe in der Not.

„Und die ist längst organisiert,

von guten Geistern etabliert.“

Ich seh unsere Elisa Kenntrupp und die andern,    

wie täglich sie zu Ämtern wandern,

sich um die armen Seelen kümmern,

entflohen ihrer Welt aus Trümmern.

Zu lindern deren großes Leid:

Das, nenne ich Barmherzigkeit.

Es lässt sich nur mit Gottvertrauen

voll Hoffnung in die Zukunft schauen.

Der Flüchtling sei, und das nur zählt,

nicht mehr allein auf sich gestellt.

Er lebt mit uns, er bringt sich ein:

Hier ist er Mensch, hier kann er sein!

Auf die unermüdlich engagierten  Helfer mit dem caritativem Know how

ein 3-fach donnerndes, dankbares Neuenkirchen Helau.                                    

 Genug der Worte, es ist vollbracht.

Ihr habt mir eine große Freude gemacht.  unbändige

Ich werde ab heute an närrischen Tagen

mit Stolz diesen wunderbaren Doktorhut tragen.

 

Brücken bauen vom Ich zum Du,

das klappt nicht immer sofort im Nu.

Doch,  was der Gemeinschaft dient immer lustvoll zu gestalten,

das ist mein Appell an Kleine und Große und die Jungen u. die Alten.

„Denn -  des Lebens Blume heißt Gegenwart,

pflückst du sie nicht, hast du dich selbst genarrt!“

 

Ein passender Spruch noch, der auch sehr gefällt,

den müsst ihr noch hören, unbedingt:

„Vergrößerungsgläser für die Freuden der Welt

sind auch jene Gläser, aus denen man trinkt.“

 

Das alles dem lieben Gott zum Trost.  Prost!

 

In diesem Sinne ein 3 fach donnerndes Neuenkirchen Helau…